Fluglärm-Monitoring Quartal 1

Titelgrafik Flugbewegung Monitoring
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25. April 2022
Bericht von dem bundesweiten Treffen der luftverkehrskritischen Initiativen vom 11./12.06.2022
15. Juni 2022

Fluglärm-Monitoring Quartal 1

Titelgrafik Lärmmonitoring

Hier gelangen Sie zum Download der Fluglärmauswertung des 1. Quartals 2022:

Zusammenfassung:

Die Flugbewegungen steigen und der Fluglärm nimmt zu. Aktuell werden über den Tag die von der WHO empfohlenen Grenzwerte für die durchschnittliche Lärmbelastung überschritten. Besonders hervorzuheben ist, dass die festgestellten Einzelschallereignisse über 68 dB(A) im Vergleich zu 2021 angestiegen sind. Gerade die Einzelschallereignisse sind laut medizinischen Gutachten besonders gesundheitsschädlich.  

Ebenso wirkt sich die aktuelle Betriebsrichtung (BR) immer unmittelbar auf den Fluglärm in den jeweiligen Stadtteilen aus. Die vorherrschende Windrichtung und Windstärke ist für den Wechsel der Start- und Landerichtung maßgeblich. Kommt der Wind aus dem Osten wird die Betriebsrichtung Ost (BR07) angewendet. Die Flugrichtung verläuft dann von West nach Ost. Weht der Wind aus dem Westen wird zur Betriebsrichtung West (BR25) gewechselt. Die Flugrichtung verläuft nun von Ost nach West. In diesem Quartal war die Betriebsrichtung West (BR25) in den Monaten Januar und Februar vorherrschend. Im März war es die Betriebsrichtung Ost (BR 07). Gerade die Starts, die besonders laut sind, wirken sich bei Betriebsrichtung Ost (BR 07) besonders auf Niederrad, Oberrad sowie Bergen-Enkheim in der Fluglärmbelastung stark aus.  

Die erhöhte Lärmbelastung zeigt sich beim gemessenen Fluglärm in unserem Quartalsbericht anhand der Dauerschallpegel wieder deutlich. Die Werte der einzelnen Stationen sind im gesamten Quartal auf einem höheren Niveau. Dies betrifft alle Zeitbereiche.
Für ganztags empfiehlt die WHO eine durchschnittliche Lärmbelastung von 45 dB. Im gesamten 1. Quartal 2022 konnte nur im Gallus der WHO-Richtwert von 45 dB unterschritten werden, da die für den Standort relevante Abflugroute 07 kurz nur in der Zeit von 7 bis 22 Uhr genutzt werden darf. Dennoch ist es auch dort im Vergleich zu 2021 lauter geworden. An allen anderen Standorten liegen die Messwerte weiterhin dauerhaft über dem empfohlenen WHO-Richtwert von 45 dB. Ein deutlicher Anstieg zum Vorjahr ist bei fast allen Messstationen erkennbar.
Für die Nacht empfiehlt die WHO durch Flugverkehr bedingte Lärmpegel auf weniger als 40 dB zu verringern. Nächtlicher Fluglärm ist oberhalb dieses Wertes verbunden mit den auftretenden Einzelschallereignissen mit starken  negativen Auswirkungen auf den Schlaf verbunden.  

D. h., ist die Bevölkerung deutlich mehr mit Fluglärm belastet als von der WHO empfohlen, steigt auch das gesundheitliche Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen signifikant an. Gerade die nächtlichen Aufwachreaktionen zeigen in wissenschaftlichen Studien dieses Risiko. Daher ist die konsequente Einhaltung der Nachtruhe für die Bevölkerung von bedeutender Rolle. Flugbewegungen in der Nacht bzw. in den Randstunden müssen eine absolute Ausnahme bleiben. 

Die Stabsstelle für Fluglärmschutz analysiert darüber hinaus in ihrem monatlich erscheinenden Flugbewegungsmonitoring (2021-12.pdf (frankfurt-fluglaermschutz.de) u. a. auch die Starts- und Landungen in den Tag- und Nachtrandstunden. Hier wird immer wieder deutlich, dass es viele Flugbewegungen nach 22 Uhr sowie morgens ab 05 Uhr gibt. 
Das Umweltbundesamt fordert schon seit Jahren ein Nachtflugverbot von 22 – 6 Uhr. Auch die Stabsstelle für Fluglärmschutz erachtet dies zum Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm für richtig und macht sich immer wieder dafür stark, dass dieses so umgesetzt werden sollte.