Luftverkehr und Klimaschutz

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19. Juli 2021

Luftverkehr und Klimaschutz

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Zusammenfassung der Online-Veranstaltung des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft

Von: Ursula Fechter.

Im Mai 2021 fand ein Online-Briefing des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) zum Thema Luftverkehr und Klimaschutz statt. Neben der Fluglärmschutzbeauftragten der Stabsstelle Ursula Fechter, nahmen über 100 Personen an der Veranstaltung teil. Drei Themen sollten dabei den Inhalt füllen: Hauptgeschäftsführer des BDL, Matthias von Randow, führte mit dem Thema “Masterplan Klimaschutz im Luftverkehr” in die Online-Veranstaltung. Annette Mann, Leiterin Corporate Resonsibility der Deutschen Lufthansa (LH), stellte die Klimaschutzaktivitäten der Lufthansa Gruppe dar. Und Alexandra Zimpelmann, Bevollmächtigte des Vorstands der Fraport AG, referierte über den Weg zum CO2-neutralen Betrieb des Flughafens Frankfurt.

Masterplan Klimaschutz im Luftverkehr

• Vor der Pandemie betrug der CO2-Anteil in Europa 2,8%
• Der weltweite Klimaeffekt beträgt 3,5 bis 5%. Der BDL gibt zu, dass die Kondensstreifen (80% durch Flugzeuge) mit den Zirren einen erheblichen Klimaeffekt haben. Eine Lösung wäre, höher zu fliegen.
• ICAO hält sich an das Kyotoprotokoll vom 1997 und an das Pariser Abkommen 2016.
• Dazu gibt es folgende Instrumente: Technik, Organisation und Bepreisung.

Technik: Flottenmodernisierung angestrebt, LH steigt um von 4 auf 2-Strahler. Dazu gebe es zehn neue Langstreckenflugzeuge. Auch den Treibstoff sollte man reduzieren. LH verfolgt 12 Projekte für nachhaltige Flugkraftstoffe (Elektro und Wasserstoff seien nur für Kurzstrecken möglich).

Organisation: Schon 2/3 der Inlandsflüge seien sogenannte Umsteigerflüge und kein Lokalverkehr. Es gäbe dabei einen Aktionsplan zur Verkehrsverlagerung mit der Deutschen Bahn. Schon jetzt würden die Passagiere bei drei Stunden Fahrt auf die Schiene umsteigen. Einen Konkurrenzkampf mit der Bahn gebe es nicht, sondern eine intermodale Zusammenarbeit, um die Anschlusszeiten zu koordinieren (Anschlusssicherheit) und das Einchecken des Gepäcks (Gepäckprozesse) schon am Bahnhof zu ermöglichen. Konkret nachgefragt, handelt es sich aber um einen realistischen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren).

Bepreisung: Hinweis von BDL, dass es in Deutschland Mehrwertsteuer für Flüge gibt (nicht gesagt wurde, dass dies nur für Inlandsflüge gilt). Fehlende Besteuerung von Kerosin wegen Wettbewerbsverzerrung (Personen würden sonst auf ausländische Airlines umsteigen). Dafür gebe es die Kompensation über die Luftverkehrssteuer.
Über Corsia (Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation) sollen Kompensationszahlungen der Airlines für Umweltprojekte finanziert werden. Außerdem berechnet z.B. “myclimate Flugrechner” die Menge an CO2-Emissionen. Dies wird aber nur zögernd angenommen.

Fazit:
Am Thema Klimaschutz komme auch die Luftverkehrsindustrie nicht vorbei. Es gibt viele Pläne und Partnerprojekte, wie z.B. mit der DLR. Über neue Flugzeugtypen und alternative Flugkraftstoffe versuche man zum Klimaschutz beizutragen. Eine Reduzierung der Flugbewegungen sei nicht im Programm. Vom Flieger auf die Schiene werde zwar verfolgt, aber mit dem Hinweis auf die fehlende DB-Infrastruktur in die Zukunft verschoben. Trotz allem scheint das Thema Kurzstreckenflüge ein offenes Problem für die BDL zu sein, da es in den Medien aktuell thematisiert wird. Auf meine diesbezügliche Frage ist Herr von Randow zum Schluss noch einmal eingegangen. Die Fraport AG selbst begnüge sich damit, den Flughafen selbst (Gebäude und Vorfeld) klimaneutral zu machen. Meine Frage nach der Möglichkeit eine Steuerung über die Flughafenentgelte (Incentive-Programme) Kurzstrecken unattraktiv zu machen, wurde nicht mehr beantwortet.